Tauchentenfreundliche Fischerei

Tauchende Meeresenten können ungewollt zu Beifang werden. Um sie vor dem Ertrinken in Stellnetzen zu schützen, meiden Fischer Gebiete, in denen die Tiere nach Nahrung suchen.

Die Eiderente ist die vom Beifang am häufigsten betroffene Entenart. (© Regina Kaute / pixelio.de)

Fischer wollen Fische fangen. Leider kommt es jedoch vor, dass ungewollt auch Vögel als Beifang ins Netz geraten. Verheddern sich die Tiere beim Tauchen in den feinen Netzmaschen, ertrinken sie. Besonders betroffen sind Eiderenten, Eisenten, Trauerenten und Bergenten.

 

Zum Schutz von Tauchenten haben die Fischer Schongebiete benannt (grün markiert). (© Geobytes; Kartengrundlage: NV-Verlag)

Gebietssperrungen zum Schutz der Enten

Zum Schutz der tauchenden Meeresenten werden die Ostseefischer in den Wintermonaten vom 16. November bis zum 1. März Seegebiete meiden, in denen besonders viele Tiere Rast machen und aktiv nach Nahrung suchen. Diese Gebiete haben die Fischer aufgrund ihrer langjährigen praktischen Erfahrung benannt. Für den gesamten Küstenraum des deutsch-dänschen Grenzgebiets bis Fehmarn ist daraus eine Seekarte mit insgesamt 23 Schongebieten entstanden.

Per Sms gehen Sichtungen im OIC ein. Von dort werden Warnungen an die Fischer im betroffenen Gebiet verschickt. (© Sliwka)

Sms-Warndienst für Stellnetzfischer

Da die meisten Fischer an Bord ein Handy dabei haben, wird ein Sms-Warndienst eingerichtet. Wenn ein Gebiet aufgrund großer Entenzahl gesperrt wird, erfahrendie Fischer dies per Sms. Dabei gibt es drei verschiedene Warnstufen: Warnstufe rot wird gebietsweise ausgesprochen, sobald für den Bereich das gehäufte Auftreten von Enten gemeldet wird. Nach Abziehen der Enten sind die Gebiete grün gekennzeichnet. Hauptinformanten für das Vorkommen oder die Abwanderung der Tiere sind die Fischer selbst. Aber auch Vogelkundler sollen Sichtungen melden.