Vorführungen mit originalgetreue Repliken erwecken die Fischerei der Vergangenheit zum Leben (Nadler)

Im Wikinger Museum Haithabu wird das Fischereihandwerk der Wikingerzeit erlebbar (Nadler)

Wie haben die Wikinger gefischt? Wie sah der Alltag der Fischer in der Steinzeit und im Mittelalter aus? Der Schleifischer Jörg Nadler hat sich auf diese Fragen spezialisiert. In Vorführungen und Ausstellungen macht er das Fischereihandwerk vergangener Zeiten lebendig. Fangtechniken, Verarbeitungsmethoden bis hin zu Details aus dem Arbeitsleben der Fischer werden buchstäblich greifbar und verständlich. Dabei kommen nicht nur originalgetreue und oftmals sehr aufwendige Rekonstruktionen von historischen Fanggeräten, z. B. Speeren oder Stellnetzen, zum Einsatz. Die Ausrüstung reicht von Fischerbooten über Küchenwerkzeuge bis zu Konservierungsgeräten. So bieten sich auf anschauliche Weise vielfältige Einblicke in den Fischereialltag der Vor- und Frühgeschichte bis ins Industriezeitalter.

Derzeit soll die Ausrüstung für das Hoch- und Spätmittelalter und für die Zeit um 1900 erweitert werden. Ein 17 Fuß langer Schleikahn mit Mast und Segel, ein Kleidersatz mit Ölzeug, Stiefeln und Schürze sowie mittelalterliche Transportfässer und Reusen sollen dazukommen.

Die Handwerkspräsentationen erfolgen unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Wikinger Museum Haithabu. Hier kann man im Fischerhaus die Fischereiwerkzeuge der Wikinger bestaunen aber zu besonderen Aktionsterminen auch das Handwerk live erleben.

Bald könnte die historische Fischerei auch auf dem Holm in Schleswig erlebbar sein. In der kleinen  Fischersiedlung ist eine ständige Ausstellung geplant, die die Fischereigeschichte anhand von nachgebauten Booten und Fangwerkzeugen erklärt. Schulklassen, Touristen und Einheimische sind herzlich willkommen. Dieses Projekt wurde gefördert von der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fischereifonds (EFF).