Lachmöwe vor Hafeninfo (Geobytes)

Blick auf die Niendorfer Fischerei- und Hafeninfo (Geobytes)

Blick auf die Niendorfer Fischerei- und Hafeninfo (Geobytes)

Blick auf die Niendorfer Fischerei- und Hafeninfo (Geobytes)

Blick in den Ausstellungsraum (Geobytes)

Höhepunkt der Ausstellung: die multimedialen Infoterminals (Geobytes)

Höhepunkt der Ausstellung: die multimedialen Infoterminals (Geobytes)

Eröffnung der Hafeninfo am 22.05.2015 (Geobytes)

Eröffnung der Hafeninfo am 22.05.2015 (Geobytes)

Eröffnung der Hafeninfo am 22.05.2015 (Geobytes)

Blick von der Panoramaterasse (Geobytes)

Prägt nach wie vor das Niendorfer Hafenbild: die aktive Fischerei (Geobytes)

Prägt nach wie vor das Niendorfer Hafenbild: die aktive Fischerei (Geobytes)

Prägt nach wie vor das Niendorfer Hafenbild: die aktive Fischerei (Geobytes)

Blick auf die Niendorfer Fischverkaufshütten (Geobytes)

Die Niendorfer Fischerhütten (Geobytes)

Wohnwagen des legendären Fischerwirtschaftemeisters Gerhard Heinzl Ficht (Geobytes)

Die Hafengalerie Reinhold Liebe im Niendorfer Hafen (Geobytes)

Fischerei- und Hafeninformationszentrum Niendorf

Pünktlich zum Pfingstwochenende 2015 konnten die Niendorfer ihre neue Hafeninfo offiziell in Betrieb nehmen. Der maritime Neubau an der Hafenspitze beherbergt eine gelungene Kombination aus Tourist-Info, multifunktionalem Begegnungsraum, Zeitkapsel für fast 100 Jahre Niendorfer Fischerei- und Hafenkultur sowie einer beeindruckenden Panoramaterrasse.

Gerhard „Heinzl“ Ficht ist eine Symbolfigur der Niendorfer Fischerei. Er wurde 1934 im ostpreußischen Neukuhren geboren, seine Vorfahren fischten dort der Überlieferung nach schon seit 950 Jahren. Wie viele andere seiner Zunft, floh er zum Kriegsende an die Ostseeküste Schleswig-Holsteins, fuhr dann bis 1978 auf Hochseetrawlern in die Nordsee und in das nördliche Eismeer. Danach arbeitete er als selbständiger Fischer auf seinen Booten „Anna“ und später „Lütt Anna“. Sein Stützpunkt im Niendorfer Hafen - der legendäre grüne Wohnwagen - hat auch die letzte große Hafensanierung 2006 überstanden und steht bis heute sinnbildlich für diesen Beruf und dessen Bedeutung für den Fischerort an der Neustädter Bucht.

Es sind Geschichten wie die von Heinzl Ficht, die von nun an im neuen Fischerei- und Hafeninformationszentrum weitererzählt werden und so für die Nachwelt erhalten bleiben. Im vorderen Bereich des Gebäudes können die Besucher maritime Accessoires und Mitbringsel von der Ostsee erstehen, sich über Veranstaltungen informieren und Unterkünfte buchen. Direkt dahinter liegt der luftige Ausstellungs- und Versammlungsraum. Neben Fundstücken, wie Reusen, Netzen und einem historischen Echolot, gibt es hier auch die Möglichkeit, zu verweilen und in Büchern und Broschüren zu schmökern. Von der frei zugänglichen Dachterrasse aus haben die Besucher den besten Blick über den Niendorfer Hafen, können dem Treiben auf und am Wasser folgen und eine gute Nase Hafenluft nehmen.

Zweifellos bilden die multimedialen Infoterminals die Höhepunkte der Ausstellung im Innenraum. Auf ihnen kann sich der Besucher durch über 90 Jahre Niendorfer Hafen- und Fischereigeschichte bewegen und nicht zuletzt viel über Menschen wie Heinzl Ficht erfahren, die über Jahrzehnte den Hafen prägten. Per Zeigefinger und via Karte, Luftbild oder Zeitstrahl geht es durch die Bilder, Filme und Texte. Wer mehr erfahren möchte, kann dies über zahlreiche Vertiefungsseiten tun. Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe aus lokalen Fischern und ehrenamtlichen Akteuren hatte über Monate hunderte Fotos gesammelt, gefiltert und mit Informationstexten versehen. Ein Kieler Unternehmen hat das umfangreiche Material für drei Touchscreenterminals aufbereitet und installiert.

In Niendorf haben die Fischer das letzte Wort, das musste auch Joachim Nitz zugeben. Der Chef der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH hatte ursprünglich eine gastronomische Nutzung mit hafen- und fischerkulturellem Schwerpunkt erdacht, musste letztlich aber dem Druck von außen nachgeben. Es gebe, kommentierte Nitz, neben der Politik durchaus andere Mächte - die Fischer. „Eine Hafenbar kommt nun eben woanders hin“, ergänzte Nitz in seiner Eröffnungsrede mit einem Augenzwinkern. Allerdings dürfte sich die neue Hafeninfo auch ohne Verköstigung in kürzester Zeit etablieren und eine feste Rolle in dem spannenden Niendorfer Ensemble einnehmen.