Zeugnis der Maasholmer Fischereigeschichte: die denkmalgeschützten Kahnstellen an der Schlei

Die historischen Kahnstellen sind über 100 Jahre alt und sind bis heute in Gebrauch

Kahnstellen hautnah: Ein Fußweg führt direkt an den Kähnen und Lagerflächen der Fischer entlang

Der flachgehende Schleikahn bringt die Fischer zu ihren Stellnetzen und Reusen in der Schlei

Die denkmalgeschützten Kahnstellen sind über hundert Jahre alt und werden bis heute von den Maasholmer Fischern und ihren Schleikähnen genutzt. Von hier aus segelten oder ruderten sie auf die Schlei, um Aal zu stechen oder Reusen auszulegen. Hier lagern sie ihre Kähne, lassen auf Gestellen Netze und Reusen trocknen.  Die Stege am Schleiufer im Westen des Ortskerns sind vielfältig. Ihre Pfähle, Wandungen und Oberflächen variieren in Form, Größe und Material.    Als einzigartiges Zeugnis der Seefahrts- und Fischereigeschichte des Fischerortes Maasholm sind sie Anziehungspunkt vieler Touristen. Ein historischer Rundweg zur Geschichte des Fischerortes führt den Besucher an den Kahnstellen und an Ausstellungsstücken an Land entlang.

Die Jahre, Wind und Wetter sowie die Bohrmuschel haben an den historischen Kahnstellen genagt, so dass ihre Funktionstüchtigkeit gefährdet war. Um die Kahnstellen zu erhalten, wurden sie im Jahr 2011 mit finanzieller Unterstützung der EU und des Zukunftsprogramms Fischerei in Schleswig-Holstein saniert. Besonders viel Wert wurde auf die (Wieder-)Verwendung originaler Materialien und Konstruktionen z. B. Pfähle und Bohlen gelegt.

Historie
Bis 1960 war der Bereich um die Kahnstellen mit der gegenüberliegenden Alten Reede das Hafengebiet Maasholms. Traditionell gehörte zu jeder Fischerfamilie in Maasholm eine Kahnstelle. Die Anlegestellen für jeweils ein bis zwei Kähne wurden seit Anfang des 20. Jh. mit einfachsten Mitteln  und dicht nebeneinander liegend ins Wasser gebaut. Die Kähne dienten zwischen 1880 und 1960 der Fischereiflotte, die auf der Alten Reede vor Anker lag oder an Eichenpfählen festmachte. Die Kähne waren genormt und betrugen zwischen 17 und 25 Fuß über dem Boden und hatten nur 10 cm Tiefgang. Damit waren die vielen Fanggründe der unteren Schlei erreichbar und Untiefen konnten überwunden werden. Die Schleikähne stellen zum Teil auch jetzt noch die Grundlage für die Berufsfischerei im Schleimündungsbereich dar.

Heute sind die Kahnstellen überwiegend an Privatnutzer verpachtet, von denen sich ca. ein Drittel in Fischereinutzung befindet. Die übrigen Stege werden als Liegeplätze für kleine Freizeitboote genutzt.

Historischer Rundweg
Ein historischer Rundweg führt entlang bedeutsamer Gebäude und Denkmäler z. B. Kahnstellen durch die Geschichte des Fischerortes Maasholm. Stationen sind: die Alte Schule, das Rathaus, die Petri-Kirche, der Hafen und die Kahnstellen. Am Denkmal Peter Aal am Fischereihafen endet der Rundgang.