Das Leben und Arbeiten in der jahrhundertealten Siedlung Holm wird bestimmt durch die Fischerei

Die Anleger am Schleiufer sind Arbeitsplatz der Holmer Fischer aber auch Ort zum Klönen

Heute sind noch zehn Fischer am Holm hauptberuflich aktiv

Eine Welt für sich ist die jahrhundertealte Fischersiedlung Holm. Zentrum dieser ehemaligen Insel mit heute ca. 300 Einwohnern ist der Friedhof der Holmer Beliebung. Zusammen mit der Fischerzunft von 1765 prägt diese Totengilde von 1650 bis heute das Leben auf dem Holm.  Rund um die Gräber unter den Linden und die Kapelle von 1878 reihen sich an Kopfsteinpflasterstraßen malerische Fachwerkhäuser. Rosenstöcke schmücken die Fassaden. Die Häuser haben Utluchten (dreiseitige Erker) und laden mit den bemalten Klöndören, quer geteilte Türen, zu einem geselligen Schnack ein. Äußerst schmale Gassen winden sich zwischen den Häusern hindurch runter zur Schlei.

An den grasbewachsenen Anlegern am Schleiufer liegen die Boote der Fischer. Grüne Netze hängen zum Trocknen auf langen Holzpfählen, es stapeln sich bunte Kisten, Reusen und orangefarbene Bojen. Hier kann man direkt am Wasser entlang, über kleine Sandstrände und Plattenwege vor den Gärten der Fischer, um den Holm spazieren. An einem Mauervorsprung am Ende der Stichstraße „Fuß am Holm“, treffen sich abends die Männer traditionsgemäß zum Schnack. Auf Plattdeutsch werden hier, an „de Klöneck“, die großen und kleinen Neuigkeiten der Welt ausgetauscht.

Die Idylle der Siedlung täuscht über die Zukunftssorgen der Holmer Fischerzunft hinweg. Der Fischreichtum der Schlei hat durch biologische Ursachen, die wachsende Kormoran-Population und touristische Beeinträchtigungen abgenommen. Auch der Generationswechsel macht den Fischern zu schaffen. Dennoch fahren sie täglich raus, fangen u.a. Hering, Aal, Butt und Brasse. Den fangfrischen Fisch bekommt man direkt vom Kutter auf dem Holm aber auch an anderen Verkaufsstellen in Schleswig und Umgebung.

Historie
Vermutlich ist der Holm seit dem 11. Jahrhundert besiedelt. Mit den ersten Fischern begannen auch die Streitigkeiten mit den Gutsherren der Schlei um die Fischereirechte. Zur Beendigung der Fehden erließ König Christian I in 1480 den Schleibrief. Nur die Holmer Fischer durften damit auf der Schlei zwischen Schleswig und Arnis fischen. Im 18. Jahrhundert sollen am Holm 34 Familien der Fischerzunft vom Fischfang gelebt haben. Im 19. Jahrhundert war der Holm besonders aufgrund des Herings berühmt, der bis in die Türkei exportiert wurde.  Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch 58 Fischer am Holm. Heute gehen am Holm noch zehn Fischer hauptberuflich dem Fischfang nach.