Fischverkäuferin und Vermieterin Christa Krüger mit fangfrischem Fisch

Fischfang am Strand vor dem Bau des Niendorfer Hafens

Kapitän und Fischereimeister Rüdiger Krüger an Bord

Kutterregatta zum Niendorfer Hafenfest

Fischer Rahn überprüft und repariert seine Netze

Fischer Lender holt die Netze ein

Der Fischer und sin Fru haben Feierabend

Einer der Hauptgedanken zur Gründung des Vereins „Niendorfer Fischer e.V.“ ging darauf zurück, dass die Fischer den Strandbereich für den aufkommenden Badebetrieb freimachen sollten, was natürlich ein Problem für die Fischer war, da sie den Strand für ihre Netze, Lagerschuppen und ihre Boote benötigten. Im folgenden Rechtsstreit entschied das Oberverwaltungsgericht in Oldenburg zugunsten der Fischer und sicherte ihnen die alleinigen Strand­rechte zu, da sie als einzige seit jeher den Strand nutzten.

Mit dem Bau des Hafens im Jahre 1920 wurde auch für die Fischerei manches leichter. Die Boote hatten feste und sichere Liegeplätze und brauchten nicht mühselig den Strand hochgezogen werden. Für die Nutzung des Hafengeländes verzichteten die Fischer im Gegenzug auf die Strandrechte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Niendorf vom Fischerdorf zum Ostseeheilbad.

Mit 40 Mitgliedern wurde der Verein am 27. März 1907 gegründet und im Laufe der Jahrzehnte kamen noch etliche hinzu. Nach dem 2. Weltkrieg kamen Fischerfamilien als Flüchtlinge aus den Ostgebieten nach Timmendorfer Strand / Niendorf, so dass in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gut 50 größere Kutter und Boote den Hafen füllten, und der Verein über 90 Mitglieder zählte. Politische Entscheidungen in Brüssel setzten der Fischerei in den folgenden Jahrzehnten mächtig zu. Die europäische Fischereiflotte sollte verkleinert werden und dieser Prozess ging auch an der Niendorfer Flotte nicht spurlos vorbei. Viele der größeren Boote wurden stillgelegt oder verkauft. Heute zählt der Verein noch 27 Mitglieder, von denen zurzeit nur 12 aktiv den Fischerberuf ausüben.

Mit dem Direktverkauf von frischem Ostseefisch am Niendorfer Hafen hat die Fischerei nicht nur ein zweites Standbein gewonnen. Auch ist der Ort um eine Attraktion reicher geworden. Wirklich frischen Fisch kaufen und den Fischern bei der Arbeit zuschauen zu können, wo gibt es so etwas noch?

Eine der häufigsten Fragen der Touristen ist folgende: Was bedeuten die Zeichen NIE, TIM und SO? Die beiden ersten sind dem Fahrtgebiet entsprechend Küstenfischereikennzeichen und stehen für Niendorf (NIE) und Timmendorfer Strand (TIM). Das dritte Zeichen ist ein Fischereikennzeichen für die Hochseefischerei und bedeutet S für Schleswig-Holstein und O für Niendorf / Ostsee, da das N an Neustadt vergeben wurde. Nun, die Zeiten haben sich geändert und Niendorf lebt schon seit längerem nicht mehr von der Fischerei, aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt.