Neustadt/Holstein in einem Stadtplan von Major Randahl aus dem Jahr 1755

Der Hafen von Neustadt i.H.

Neustadt zählte zu den wenigen Städten Schleswig-Holsteins, die im Mittelalter einen natürlich geschützten Hafen mit ausreichender Tiefe hatten. Die fjordähnliche Situation zwischen dem Binnenwasser und der Ostsee war ideal für die damals gängigen Schiffstypen Kogge und Kraweel. Alte Stadtpläne wie der von Major Randahl aus dem Jahr 1755 zeigen das ehemalige Aussehen des Hafens. Die Lage am Wasser hat die Stadt sehr geprägt. Sie ist vor allem wegen der guten natürlichen Hafenbedingungen im Mittelalter hier gegründet worden.

Deshalb hatten die Fischerei, die Seefahrt, der Schiffsbau und im Mittelalter auch die Seeräuberei ein große Bedeutung für Neustadt. Neustadts Naturhafen wurde im Mittelalter auch gerne von Lübecker Seefahrern genutzt, wenn im Winter die Trave zugefroren war. Die fremden Schiffer schlugen unerlaubt Pfähle in den Grund ein oder warfen Ballast über Bord. An diesen Hindernissen zerrissen die Netze der Neustädter Fischer, was im 15. Jahrhundert häufig zu Beschwerden führte.